SPD Bad Bevensen: Innenstadt soll lebendig, attraktiv und zukunftsfähig werden
Zweimonatige Bürgerbefragung mit knapp 100 Teilnehmenden bildet Grundlage für unser neues Innenstadt-Konzept – öffentliche Vorstellung am 27. August
Das vollständige Konzept ist unten veröffentlicht. Alternativ kann es hier heruntergeladen werden: Download SPD-Konzept für die Innenstadt
Die Innenstadt von Bad Bevensen soll attraktiver, lebendiger und zukunftsfähiger werden. Dafür haben wir als SPD Bad Bevensen ein Konzept mit konkreten Maßnahmen für die kommenden Jahre entwickelt.
Grundlage sind die Ergebnisse unserer zweimonatigen Bürgerbefragung mit knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie zahlreiche Gespräche mit Einwohnerinnen und Einwohnern und Anregungen von Geschäftsinhabern selbst.
Die Rückmeldungen zeigen vor allem Handlungsbedarf bei Leerständen, Aufenthaltsqualität, Begrünung, Sauberkeit und der Erreichbarkeit der Innenstadt.
„Unsere Innenstadt ist mehr als ein Ort zum Einkaufen. Sie ist Treffpunkt, Aufenthaltsort, Wirtschaftsstandort und ein wichtiger Teil der Identität Bad Bevensens“, erklärt Bürgermeisterkandidat Dirk Baum. „Wir wollen deshalb nicht nur über Probleme sprechen, sondern konkrete und umsetzbare Schritte auf den Weg bringen.“
Dabei ist uns bewusst, dass die angespannte Haushaltslage der Stadt klare Grenzen setzt. Nicht alle Maßnahmen können sofort umgesetzt oder finanziert werden.
„Wir wissen, dass die finanzielle Lage der Stadt enge Grenzen setzt. Dennoch werden wir uns bei politischen Entscheidungen konsequent an den Umfrageergebnissen orientieren, um Schritt für Schritt Verbesserungen zu erreichen“, betont Dirk Baum.
Leerstände zu neuen Chancen machen
Ein Schwerpunkt unseres Konzepts ist der aktive Umgang mit leer stehenden Gewerbeflächen. Auf unseren Antrag hin wurde im Rat bereits ein Förderprogramm für kleine Geschäfte in der Innenstadt beschlossen. Nun wollen wir weitere Instrumente entwickeln.
Geplant ist unter anderem ein Pop-up-Store-Programm. Leer stehende Gewerbeflächen könnten zeitlich befristet für neue Geschäftsideen genutzt werden. Nach klaren Kriterien könnte sich die Stadt für einen begrenzten Zeitraum an den Kosten beteiligen.
Gründerinnen und Gründer hätten damit die Möglichkeit, ihr Geschäftsmodell unter realen Bedingungen zu testen, ohne von Beginn an das volle Risiko eines langfristigen Mietvertrags tragen zu müssen.
„Wir wollen aus Leerständen neue Perspektiven machen und Gründern den Einstieg erleichtern“, sagt Baum.
Erweist sich eine Geschäftsidee als tragfähig, soll die Verwaltung den Übergang in ein dauerhaftes Mietverhältnis ermöglichen und begleiten. Die Nutzungsdauer eines Pop-up-Stores soll dabei auf maximal ein Jahr begrenzt werden. Vergleichbare Konzepte wurden bereits in anderen Städten erfolgreich eingesetzt.
Zusätzlich wollen wir langfristig eine feste Ansprechperson für Innenstadtentwicklung und Leerstandsmanagementschaffen. Sie soll leer stehende Gewerbeimmobilien systematisch erfassen, Eigentümer ansprechen und Gründungsinteressierte bei der Suche nach geeigneten Räumen unterstützen.
Mehr Grün, Schatten und Aufenthaltsqualität
Unsere Innenstadt soll nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum Verweilen und Begegnen einladen. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung zeigen insbesondere bei Schatten, Grün und Sauberkeit Verbesserungsbedarf.
Deshalb setzen wir uns für mehr Bepflanzung, geeignete Beschattung an stark genutzten Plätzen sowie attraktivere und saubere Aufenthaltsbereiche ein. Diese Maßnahmen wurden in der Bürgerbefragung besonders häufig genannt.
Auch Barrierefreiheit und Klimaanpassung sollen bei der Gestaltung öffentlicher Räume konsequenter berücksichtigt werden.
„Mehr Grün und Schatten sind nicht nur eine Frage des Stadtbildes. Gerade an heißen Sommertagen erhöhen sie die Aufenthaltsqualität“, so Baum.
Auch Veranstaltungen, Märkte und gemeinsame Aktionen von Handel, Gastronomie und Vereinen sollen künftig stärker dazu beitragen, Menschen in die Innenstadt zu bringen. Die Stadt soll dabei vor allem ermöglichen, koordinieren und unterstützen.
Innenstadt für alle gut erreichbar
Zu einer lebendigen Innenstadt gehört für uns auch eine gute Erreichbarkeit – unabhängig davon, wie man unterwegs ist.
Wir wollen deshalb zusätzliche und sichere Fahrradabstellanlagen an zentralen Standorten schaffen und gute Wege für Fußgängerinnen und Fußgänger sicherstellen.
Gleichzeitig soll Bad Bevensen auch für Menschen, die mit dem Auto kommen, gut erreichbar bleiben. Wir wollen deshalb unter anderem kostenfreies Samstagsparken auf einem zentralen Parkplatz prüfen, um den örtlichen Handel zu unterstützen.
Darüber hinaus sollen Schnellladeangebote für Elektrofahrzeuge an geeigneten zentrumsnahen Standorten ausgebaut werden. Dafür wollen wir gezielt Fördermöglichkeiten von Bund und Land nutzen.
Innenstadtentwicklung als gemeinsame Aufgabe
Damit die Innenstadtentwicklung dauerhaft vorankommt, wollen wir eine regelmäßige „Innenstadt-Runde“ einrichten. Verwaltung, Politik, Eigentümer, Handel, Gastronomie und Vereine sollen dort gemeinsam Probleme besprechen, Projekte entwickeln und Fortschritte bewerten.
Der bereits vom Rat beschlossene Beteiligungsprozess darf aus unserer Sicht keine einmalige Aktion bleiben. Wir setzen uns deshalb für eine fortlaufende „Innenstadt-Runde“ ein.
„Die Belebung der Innenstadt kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten kontinuierlich zusammenarbeiten“, erklärt Baum.
Öffentliche Vorstellung am 27. August
Wir stellen die Ergebnisse unserer Umfrage und unser Innenstadt-Konzept am Donnerstag, 27. August, um 19:00 Uhr im AWO-Treff öffentlich vor.
Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich über unsere Vorschläge zu informieren, Fragen zu stellen und eigene Ideen einzubringen.
Wir wollen die Innenstadt gemeinsam weiterentwickeln – Schritt für Schritt, mit konkreten Maßnahmen und mit den Menschen vor Ort.
Das vollständige Konzept:
Unsere Innenstadt: lebendig, attraktiv und zukunftsfähig
Unsere Innenstadt ist mehr als ein Ort zum Einkaufen. Sie ist Treffpunkt, Aufenthaltsort, Wirtschaftsstandort und Teil der Identität Bad Bevensens. Gleichzeitig steht sie vor Veränderungen: Der Strukturwandel im Einzelhandel, zunehmende Leerstände und veränderte Ansprüche an Mobilität und Aufenthaltsqualität erfordern aktives Handeln.
Die Ergebnisse unserer Bürgerbefragung mit knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigen, wo Handlungsbedarf besteht. Für uns ist diese Befragung kein Abschluss, sondern ein Auftrag.
Dieses Konzept ist unsere Leitlinie für die kommenden Jahre. Uns ist bewusst, dass aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht alle Maßnahmen sofort umgesetzt oder finanziert werden können. Dennoch wollen wir uns bei politischen Entscheidungen und den zur Verfügung stehenden Mitteln konsequent an diesen Zielen orientieren und Schritt für Schritt Verbesserungen erreichen.
1. Wirtschaft stärken, Leerstand verhindern und neue Ideen ermöglichen
Der stationäre Einzelhandel steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel, der auch die Innenstadt Bad Bevensens verändern wird. Bestehende Unternehmen brauchen Unterstützung, gleichzeitig müssen neue Geschäftsideen und Investitionen ermöglicht werden.
Kommunales Förderprogramm für Handel und Gastronomie
Auf Antrag der SPD wurde bereits ein kommunales Förderprogramm beschlossen. Ziel ist es, ortsansässige stationäre Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe zu unterstützen und zugleich Leerstände zu reduzieren.
Die konkrete Ausgestaltung wird derzeit erarbeitet. Geprüft werden unter anderem Zuschüsse für Erstausstattung, Grundsanierung und Digitalisierungprojekte, um insbesondere Gründerinnen und Gründern den Einstieg zu erleichtern.
Leerstand aktiv angehen
Leerstand soll nicht länger nur dokumentiert, sondern aktiv bearbeitet werden.
Wir wollen langfristig eine feste Ansprechperson für Innenstadtentwicklung und Leerstandsmanagement installieren. Zu ihren Aufgaben gehören:
- leerstehende Gewerbeimmobilien systematisch erfassen,
- Eigentümerinnen und Eigentümer aktiv ansprechen,
- verfügbare Gewerbeflächen mit wichtigen Eckdaten zentral auf der städtischen Internetseite darstellen,
- Gründungsinteressierte bei der Raumsuche unterstützen und
- bei Fragen zu Genehmigungen, Baurecht und Brandschutz frühzeitig vermitteln.
Dabei soll die Stadt eng mit IHK, Wirtschaftsförderung, Eigentümern und weiteren Partnern zusammenarbeiten.
Pop-up-Stores als Chance für neue Geschäfte
Eng verbunden mit dem Leerstandsmanagement ist ein Pop-up-Store-Programm. Die Stadt soll sich nach klaren Kriterien zeitlich begrenzt an den Kosten leerstehender Gewerbeflächen beteiligen. So können Gründerinnen und Gründer ihre Geschäftsidee unter realen Bedingungen testen, ohne von Beginn an das volle Risiko eines regulären Mietvertrags zu tragen.
Die Nutzungsdauer soll auf maximal ein Jahr begrenzt werden. Erweist sich das Konzept als tragfähig, soll der Übergang in ein dauerhaftes Mietverhältnis ermöglicht und durch die Verwaltung begleitet werden.
So kann aus einem zeitweisen Pop-up-Store ein dauerhaftes Geschäft und aus einem Leerstand eine neue Perspektive für die Innenstadt werden. In anderen Städten ist dieses Konzept bereits erfolgreich.
2. Die Innenstadt als Erlebnis-, Aufenthalts- und Begegnungsort entwickeln
Die Innenstadt der Zukunft ist kein reiner Einkaufsort. Menschen kommen zum Einkaufen, Essen, für Dienstleistungen, Veranstaltungen, Begegnungen oder einfach zum Verweilen.
Als Tourismusstandort wollen wir die Innenstadt stärker mit den Aufenthaltsangeboten Bad Bevensens verbinden und ihre Bedeutung für Gäste und Einheimische nutzen.
Mehr Aufenthaltsqualität und Klimaanpassung
Unsere Bürgerbefragung zeigt insbesondere bei Schatten, Grün und Sauberkeit Handlungsbedarf.
Wir wollen:
- mehr Bäume, Grüninseln und Pflanzkübel in der Innenstadt,
- geeignete Beschattungslösungen an stark genutzten Plätzen,
- attraktivere Aufenthaltsbereiche,
- eine bedarfsgerechte Reinigung an stark frequentierten Orten,
- konsequente Barrierefreiheit bei der Gestaltung,
- mehr Entsiegelung bei geeigneten neuen Projekten und
- eine stärkere Berücksichtigung der Klimaanpassung bei der Gestaltung öffentlicher Räume.
Versiegelte Flächen heizen sich im Sommer stark auf. Mehr Bäume, Grün und Schatten verbessern deshalb nicht nur das Stadtbild, sondern machen die Innenstadt auch angenehmer für alle.
Mehr Leben in der Innenstadt
Gemeinsam mit Handel, Gastronomie, Vereinen und Kulturschaffenden wollen wir mehr Anlässe für einen Innenstadtbesuch schaffen.
Dazu gehören beispielsweise:
- kulturelle und saisonale Veranstaltungen,
- Märkte und Themenaktionen,
- gemeinsame Aktionen von Handel und Gastronomie und
- Angebote für verschiedene Generationen.
Die Stadt sollte dabei vor allem ermöglichen, koordinieren und unterstützen, statt jede Veranstaltung selbst zu organisieren.
3. Erreichbarkeit für alle verbessern
Eine lebendige Innenstadt muss gut erreichbar sein – mit dem Auto, dem Fahrrad, zu Fuß und mit dem öffentlichen Nahverkehr. Die verschiedenen Verkehrsmittel sollten dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend ist, dass Menschen gut und unkompliziert in die Innenstadt gelangen können.
Mit dem Fahrrad in die Innenstadt
Wir wollen die Fahrradinfrastruktur sichtbar verbessern:
- zusätzliche Fahrradabstellanlagen an zentralen und stark frequentierten Stellen,
- sichere und gut erreichbare Abstellmöglichkeiten,
- geeignete Standorte nahe Einzelhandel, Gastronomie, Marktplatz und zentralen Zugängen.
Auch gute und sichere Wege für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie eine verlässliche Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr gehören für uns zu einer gut erreichbaren Innenstadt.
Kurze Wege in die Innenstadt
Auch für Menschen, die mit dem Auto kommen, muss Bad Bevensen gut erreichbar bleiben. Gleichzeitig wollen wir die Stadt auf die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität vorbereiten.
Wir wollen:
- kostenfreies Samstagsparken auf einem zentralen Parkplatz prüfen, um die Innenstadt und insbesondere die lokalen Geschäfte am besucherstarken Samstag zu unterstützen,
- Schnellladeangebote für Elektrofahrzeuge an geeigneten zentrumsnahen Standorten schaffen bzw. deren Ausbau unterstützen und
- dafür vorhandene Fördermöglichkeiten von Bund und Land konsequent nutzen.
4. Gemeinsam handeln und Innenstadtentwicklung dauerhaft gestalten
Die Stadt kann die Belebung der Innenstadt nicht alleine leisten. Erfolg entsteht dort, wo Verwaltung, Politik, Eigentümer, Handel, Gastronomie und Vereine gemeinsam handeln.
Deshalb wollen wir eine regelmäßige „Innenstadt-Runde“ etablieren. Sie soll als dauerhaftes Forum dienen, in dem Probleme frühzeitig erkannt, neue Projekte gemeinsam entwickelt und Fortschritte überprüft werden.
Dort sollen:
- aktuelle Probleme und Leerstände besprochen,
- neue Ideen entwickelt,
- Veranstaltungen koordiniert,
- Fördermöglichkeiten vorgestellt,
- Projekte begleitet und
- Fortschritte überprüft werden.
Die Innenstadtentwicklung darf nicht bei einzelnen Maßnahmen stehen bleiben. Wir wollen regelmäßig prüfen, was wirkt, wo nachgesteuert werden muss und welche neuen Herausforderungen entstehen.
Der bereits angestoßene Beteiligungsprozess darf keine einmalige Aktion sein. Wir sprechen uns für ein fortlaufendes Format aus. Die konkrete Zusammensetzung der „Innenstadt-Runde“ soll gemeinsam mit den anderen Fraktionen im Rat festgelegt werden.